27. November 2012

Ich bin ein Narr ... Amigos

Man mag mich einen Narren schelten, aber ich nach einer Mitgliedschaft in der Jungen Union in Jugendjahren und darauf folgender jahrelanger Uninteressiertheit an Politik, um das Wort 'Abscheu' nicht zu verwenden, halte ich die Piraten für eine umwälzende Idee, die es zu schützen und zu stärken gilt, wo immer ich stehe. Nichts ist so stark wie eine Vision deren Zeit gekommen ist.
Nichts desto trotz bin ich nicht blöd. Von vorneherein war mir bewußt, dass eine Partei von Menschen ausgefüllt wird und eine solche Ansammlung genau die Gefahren in sich birgt, weswegen ich jahrelang apolitisch war. Für mich ist es ein Versuch, ein Selbstversuch, ein ich-habe-es-wenigstens-versucht ... seit nunmehr 3 Jahren.

Am letzten Wochenende, auf dem Bundesparteitag in Bochum, wurde ich mir dieser Tatsache wieder schmerzlich bewußt. Spielchen eines Bundesvorsitzenden die einer CDU/CSU/SPD/FDP/Grüne in nichts nachstehen. Egomanen-Trip und übertölpelte Basis, die keinen Schimmer hat, was da gerade passiert. Zwar bin ich nicht der einzige, der anderen nicht so schnell auf den Leim geht geht, aber es macht traurig zu sehen, viele andere die Saat nicht sehen, die da im Keimen im Begriff ist. Die Grünen hätten es sich in den 80ern im Traum nicht vorstellen können für so etwas wie Hartz 4 mitverantwortlich zu sein. So ist das halt, wenn man sich den Anfängen nicht entgegenstellt.

Land-auf-Land-ab sprießen die Menschen aus dem piratigen Boden, die sich, ob der Tatsache bereits in drei Landtage eingezogen zu sein, auch ein Stück vom Kuchen sichern wollen. Ja, sicher, alles menschlich, alles normal, aber trotzdem verurteilenswert.

Ich bin im Landesvorstand in Hessen und habe das Gefühl gaaaanz unten angekommen zu sein und finde das Gefühl gut, weil es mir zeigt, dass ich normal geblieben bin. Ich darf mich politisch betätigen UND habe die Arbeit. Passt schon. Das ist mein Beitrag zu der Idee der Politik 2.0. Die vielen ehrenamtlichen Stunden und die eimerweise Sch* die sich über einen Vorstand ergießt. Passt schon, mein Beitrag, ... aber ... das Blut gerät in Wallung, wenn ich an die Chuzpe denke mit der manche Menschen vorgehen, um einen Vorteil daraus zu ziehen.

Bin ich ein Träumer? Ja, das bin ich! Vor allem träume ich von den langen Gesichtern, wenn die anderen, die genauso denken wie ich, die Kandidatenlisten wählen und so mancher ein langes Gesicht zieht. Adios amigo, Du warst nie einer, denn Du hattest nicht das Herz für Deine Ideale einzustehen oder hattest gar nie welche.