24. September 2013

Ich weiß gar nicht was ihr wollt?

Es ist schon ganz schön blöd für Mutti: da gewinnt sie die Wahl mit dem besten Ergebnis für die Konservativen seit Dekaden und schrammt doch knapp an der absoluten Mehrheit vorbei. "MIST" ... wohl ein viel gedachter Satz in diversen christlichen Unionsgehirnen.

"Was geht?", der wohl zweit meist gedachte Satz. Rechnerisch nur Schwarz-Rot oder Schwarz-Grün, sieht man mal von Rot-Rot-Grün und dem daran haftenden Ypsilanti-Faktor ab (ja, ich bin Hesse ;). Aber schauen wir mal...

Die SPD hat bitter lernen müssen was es heißt als CDU-Juniorpartner wahrgenommen zu werden. Stellt man die Zahlen von 2005 (davor) und 2009 (danach) gegenüber, wird auch dem blindesten Genossen auffallen, dass die Nummer mit der Großen Koalition in Zeiten wie diesen eine Minusgeschäft ist. Gegen Mutti wächst kein Kraut. Genauso wie sie alles in der eigenen Partei wegbeißen kann, was ihr gefährlich wird, schafft sie das auch mit einer weichgespülten SPD. Viele Sozialdemokraten ahnen: 2017 wird dann um den Abstieg gespielt. Warum sollte die SPD sich auf so etwas einlassen? Für ein paar Ministerposten, die verzweifelt das umsetzen müssen was ein CDU dominiertes Parlament vorgibt? Es gibt genügend schwarz-denkende in der SPD, das die fehlende absolute Mehrheit der CDU im Bundestag nur rechnerisch nicht vorhanden ist.

Die Grünen! Ja klar! Was in Frankfurt "funktioniert" kann doch ein Modell für das ganze Land sein! Ja nee ... is klar. Wer sich bei den Grünen gerade so vom unbedingten Machtanspruch eines Joschka Fischers erholt hat und bei der Stange geblieben ist, wird spätestens dann aufheulen und das Weite suchen. 8,5% schmelzen dann fraktionell ganz schnell zusammen. Macht ja aber nix, denn die CDU braucht ja nur ein paar Stimmen für ihre Mehrheit - siehe letzter Satz SPD.
Wenn man schon nicht an die eigenen Leute denkt, sollte man in der grünen Parteizentrale zumindest so viel Weitblick besitzen, um sich auszumalen, wie das die alternativen Wähler sehen. Warum sollte es den Grünen besser ergehen als der FDP, die an der Brandmauer Merkel und ihrer eigenen Unfähigkeit zerschellt ist?

Egal welche der beiden links-tendentiösen Parteien den Steigbügelhalter für Mutti macht, reiten wird man das Pferd nicht dürfen. Allenfalls als Page nebenher laufen.

So und nun frage ich noch einmal: Ich weiß gar nicht was ihr wollt?
Ist doch alles super! Besser gehts gar nicht! Die aktuelle Konstellation ist perfekt für die Idee der Demokratie!

Wenn SPD und Grüne sich verweigern und Merkel nicht locker und damit neuwählen lässt, käme endlich mal etwas Leben in die Bude: Eine reine CDU-Minderheitsregierung, die sich für jedes Thema neue Mehrheiten suchen muss. Frei nach Artikel 38 Grundgesetz: "Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages ... sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.". JA, NUR IHREM GEWISSEN!

Warum zum Teufel muss es in Deutschland immer "stabile Mehrheiten" geben, die am Ende aussehen wie diktatorische Mehrheiten? "Fraktionszwang" sollte das Unwort des Jahrhunderts werden. Vielleicht weil der gemeine, juristisch vorbelastete, Politiker immer gerne alles unter Kontrolle hat? Ist Kontrollwahn aber ein Grund das Grundgesetz so sträflich zu ignorieren oder (bei indifferenter Auslegung) zumindest die Idee dahinter?

Jeder, der vom Schicksal mal eines über die Rübe bekommen hat, weiß: es gibt keine Kontrolle über das Leben, das eigene. Aber doch wohl schon gar nicht über das von vielen. Also warum sich nicht seinen Ängsten vor Machtlosigkeit stellen und etwas Vernünftiges versuchen? DAS wäre mal was Neues, was Mutiges, was Ehrenvolles.

Auf gehts SPD - Ran an die Themen Grüne - Versuchs mal CDU

Kristof

P.S. Da ich nicht von Dummheit geschlagen bin: Piraten, macht Euch fertig zum Rocken...